Pilzwirtschaft

Erfolgreicher Trüffelanbau setzt Kenntnisse der Pilzwirtschaft voraus


Erfolg im Trüffelanbau lässt sich nicht auf die vereinfachte Formel „ein mit Sporen von heimischen Trüffeln beimpftes Bäumchen nach erfolgter Mykorrhizierung in irgendeinen kalkhaltigen Boden auszupflanzen“ reduzieren.

Diesen auf mangelndem Überblick und fehlenden Kenntnissen der Pilzwirtschaft beruhenden Irrtum beginnt man langsam in den traditionellen Trüffelländer Italien und Frankreich zu begreifen.
Die Spanier begannen vor rund 20 Jahren mit der professionellen Forschung und Ausbildung von Trüffelbauern. Heute beträgt die Jahresproduktion mit etwa 200 t das Fünffache dessen, was Italiener und Franzosen jeweils so auf die Waage bringen. 


Reportage des ZDF mit dem führenden Trüffelexperten in Deutschland


Warum in leicht erkennbaren Bereichen gleich mehrere Trüffelarten zu erwarten sind und einiges mehr erläutert der "Trüffelpapst" in dieser Dokumentation. Weitere Mitwirkende sind Dr. Christoph Hahn von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft der sich vorstellen kann, das Trüffelsammelverbot unter bestimmten Voraussetzungen aufzuheben, während die Biologin Vivien von Königstein vom Biotopverbund in Baden Württemberg sich darüber freut, mit Trüffelanlagen den Naturschutz zu fördern und damit gleichzeitig den Grundbesitzern eine neue Einnahmequelle zu bieten. Schließlich kommt Anja Kolbe-Nelde, Pilzsachverständige und Expertin für den naturnahen Trüffelanbau aus Thüringen zu Wort, während Ralf Bos, Trüffelgroßhändler aus Düsseldorf nicht nur eine Trüffelsendung aus Australien kommentiert und der Sternekoch Anton Schmaus etwas zur Zubereitung deredlen Knollen verrät. Mit Christian Merin, eigentlich Kunstschmied, kommt ein vielen vom Trüffelmarkt in Richerenches her bekannter französischer Trüffelbauer und Trüffelverkäufer zu Wort. Ein Blick nach Italien vermittelt Eindrücke von der alljährlichen Trüffelversteigerung im Schloss Castello di Grinzane Cavour bei Alba im Piemont.   

Zum Start der Dokumentation gleich hier oder auf das nachfolgende Bild klicken.

Trüffel: Pilze der Luxusklasse

Trüffelbiotope sind Produktionsstätten für Lebensmittel aus der Kategorie Super-Delikatessen. Die Aussicht auf Profit reizt zum Anbau und bewirkt anderes.  Statt jedes Jahr die abgeernteten Ackerflächen über Monate der Erosion auszusetzen, tragen Trüffelanlagen zum Bodenschutz bei, speichern CO2 ,(Kohlendioxyd), verbessern die Luft und bieten die Voraussetzungen für eine größere biologische Artenvielfalt.

Funktionierende Kreisläufe

Trüffelkulturen sind „Pilzwälder“ ohne forstliche Nutzung. Trüffelanlagen sind Baum für Baum kleinste, selbständig funktionierende, dauerhafte  Ökosysteme. Keine Düngung mit Gülle oder Kunstdünger. Keine Chemie. Keine Durchforstung. Keine Boden verdichtende Forst- oder Landmaschinen. Keine gentechnisch veränderten Pflanzen oder Pilze. Eben Ökokreisläufe, sonst funktioniert Trüffelproduktion nämlich nicht.

Ökologische Inseln

Wo sich heute noch kilometerweit ertragsarme Äcker aneinanderreihen, entstehen ertragreiche grüne Lungen. Ob Hecken, einzelne Baumreihen, breite Grünstreifen mit diversen Baumarten, das sind Trüffel-Ökoinseln inmitten der Äcker. Diese naturnahen Trüffelbiotope bieten schon derzeitigen Generationen die Möglichkeit, natürliche Prozesse und zunehmende Artenvielfalt vor der eigenen Haustür hautnah zu erleben.

Trüffelanbau ist Pilzwirtschaft - nicht Forst- oder Landwirtschaft

Pilzwirtschaft ist naturnah, nachhaltig und ökologisch sinnvoll

Ökosystem "Trüffelpilzwald"

Pilz- und Trüffelwälder“ sind eine intelligente Antwort auf die Klimakrise. Nicht nur Investor, Eigentümer oder Besitzer, unsere gesamte Gesellschaft profitiert vom Ökosystem „Trüffelwald“. Neben verschiedenen essbaren Pilzen produzieren die auf Dauer angelegten, besonders pflegearmen „natürlichen“ Trüffel-Kulturen mit ihren angestammten Symbiosepilzen saubere Luft, Sauerstoff zum Atmen und gutes Trinkwasser.

Antwort auf den Klimawandel

Beschleunigt durch diverse Partner-Pilzarten speichern „Trüffelwälder“ schneller und mehr Kohlendioxyd. Sie verlangsamen die Erosion in der benachbarten Landwirtschaft. Damit ist die Anlage von Trüffelkulturen ein zusätzlicher und nachhaltiger Beitrag für Klimaschutz und Bodenerhaltung. Das hat sogar die Politik teilweise schon begriffen und würdigt derartige Maßnahmen mit hoher Bewertung bei der Vergabe von Ökopunkten

Referenzflächen f. Forschung

"Trüffelpilzwälder" sind gesuchte Referenzflächen zur herkömmlichen Landwirtschaft sowie forstwirtschaftlichen Wäldern mit hohem, wissenschaftlichem Wert. Daher ist Förderung solche Vorhaben von den zuständigen Institutionen im Rahmen diverser Förderprogramme mit Mitteln der EU in Form von Beihilfen möglich. - Neben unserer eigenen Forschung bestehen Kooperationen zu  verschiedenen Universitäten.

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